Das Oktoberfest

Am 17. September 2016 beginnt das 183. Oktoberfest auf der Theresienwiese in München.

Das bis in alle Ecken der Welt bekannte Oktoberfest in der bayrischen Landeshauptstadt geht auf ein Pferderennen zurück, welches anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese am 17. Oktober 1810 veranstaltet wurde.
Der Festplatz, welcher damals noch Sendlinger Berg hieß, wurde aufgrund seiner natürlichen Eignung gewählt, er lag außerhalb der Stadt und hatte zudem einen Berg, welcher perfekt als Tribüne genuzt werden konnte. Er wurde zu Ehren der Braut in "Theresienwiese" umbenannt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die "Wiesn" immer weiter vom Pferderennen zum Volksfest mit Kletterbäumen, Kegelbahnen und Losbuden. Es wurde zeitlich verlängert und in die wegen des Altweibersommers zumeist schönen und warmen letzten Septembertage vorverlegt.

Die Anfänge des Festzugs sind eher praktischer Natur. Irgendwie muss man ja hinaus zur Festwiese vor den Toren der Stadt, im Konvoi war es gemütlicher. 1835 gab es dann zum ersten Mal einen Trachtenumzug, welcher zu Ehren der Silberhochzeit von Ludwig I. von Bayern und Prinzessin Therese veranstaltet wurde. Er ist mittlerweile, besonders für uns, die daran teilnehmen einer der Höhepunkte und findet immer am ersten Wiesn-Sonntag statt.
An der Bavaria haben die Bildhauer Ludwig Schwanthaler und Erzgießer Ferdinand von Miller lange gearbeitet. Schließlich soll die 18,5 Meter hohe, 1560 Zentner (87,36 Tonnen) schwere Bronzedame mit dem Löwen niemand geringeres werden als die Patronin von Bayern. Seit dem 9. Oktober 1850 prosten die Münchner nun auf sie an und erklären gern jedem Amerikaner, daß es sich hierbei um keine Kopie der Freiheitsstatue handelt. Die Bavaria ist älter und weiser als die Freiheitsstatue.

Für die Verpflegung der Gäste wurde ab 1880 durch kleine Bierbuden und die erste Hendlbraterei gesorgt. Diese entwickelten sich innerhalb weniger Jahre und wurden durch größere Bierhallen ersetzt. Es wurde alles feilgeboten, was das Herz des Wiesnbesuchers begehrte und schnell entwickelte sich die uns bekannte Wirtsbudenstraße.

Unter Hitler lancierte es zum "Großdeutschen Volksfest". Die jüdischen Wirte und Schausteller wurden des Festgeländes verbannt und Abordnungen der SS und der HJ begleiteten den Trachtenumzug.

Mit Thomas Wimmer hieß es 1950 zum allerersten mal "O´zapft is", damals benötigte er noch 19 Schläge dafür, dies hat sich mittlerweile deutlich verringert. Der Rekord liegt bei 2 Schlägen von Altbürgermeister Christian Ude.


Am 26. September 1980 kam es zum wohl traurigsten Tag in der Wiesngeschichte. Beim Oktoberfest Attentat explodierte um 22:21 Uhr am Haupteingang eine Bombe. Es starben 13 Menschen unter ihnen der mutmaßliche Attentäter, weitere 211 Menschen werden verletzt. Bis heute ist dieser Fall nicht eindeutig aufgeklärt. Seit dem 11. Dezember 2014 wird der Fall von der Generalbundesanwaltschaft wieder neuaufgerollt.

In seiner langen Tradition fiel das Oktoberfest 24 Mal aus:
1813 napoleanischer Krieg
1854 und 1873 Cholera
1866 Preußisch - Österreichischer Krieg
1870 Deutsch - Französischer Krieg
1914 - 1918 erster Weltkrieg
1923 Inflation
1939 - 1945 zweiter Weltkrieg



Witzige Fakten rund um die Wiesn sind zum Beispiel:

  • Die Tradition des Mitsingens und Schunkelns führte ein Franke ein. Der aus Nürnberg stammende Festwirt Georg Lang, welcher sich mittels einheimischer Strohmänner fünf Bierbudenplätze sicherte und darauf eine Festhalle errichtete.
  • Geübte Schankkellner benötigen zum "Füllen" eines Maßkrugs im Schnitt nur eineinhalb Sekunden.
  • Briefe, die in die auf dem Oktoberfest aufgestellten Briefkästen gesteckt werden, werden mit einem Sonderstempel der Post versehen. Sie sind begehrte Sammlerstücke.
  • Eine Attraktion, die es auf anderen Volksfesten nicht gibt, ist der Flohzirkus. Er ist seit 1948 auf der Wiesn und eine „Mannschaft“ von etwa 60 Flöhen begeistert vor allem die Kinder.
  • Ein Hilfsarbeiter beim Aufbau der Wiesn war Albert Einstein. Als Aushilfe in der familieneigenen Elektrofirma Elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie drehte er im Schottenhamel-Festzelt Glühlampen ein.
  • Seit 2009 wird die Theresienwiese während des Auf- und Abbaus des Festes abgesperrt. Die Stadt München will damit Haftungsansprüchen aus dem Weg gehen für den Fall, dass Besucher an der Baustelle verunglücken.
  • Vom Luftballonverkäufer bis zur Achterbahn schwanken die Versicherungssummen der Unternehmer von wenigen zehntausend Euro bis zehn Millionen Euro.
  • "Ein Prosit der Gemütlichkeit" stammt - je nach Quelle - aus der Feder eines Chemnitzers namens Bernhard Dittrich oder des Bremer Journalistens Georg Kunoth.
Schaut man sich die heutigen Wiesn- Besucher an, ist die Tracht nicht mehr wegzudenken!
Nahezu jeder der 6 Millionen Besucher trägt entweder Dirndl oder Lederhose.

Dem war nicht immer so, auch wenn die Tracht sich bereits in den 30ger Jahren vom Arbeitsgewand ins Festgewand verwandelte. Durch die Städterinnen die zur Sommerfrische auf´s Land fuhren und sich dort, wer was auf sich hielt, ein Dirndl schneidern liesen. Die Dame von Welt trug Kleid!

Heute gilt: Tracht ist Mode - genauso wie Traditionsbewusstsein, Zugehörigkeitsgefühl, Lifestyle, aber auf einfach ein Gefühl!
Und auf der Wiesn findet man sie in allen Stilrichtungen. In einem zeitlosen Dirndl oder einer zünftigen, echten Lederhose liegt man nie daneben.

Sie sind noch auf der Suche nach Ihrer persönlichen Tracht?

Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl und freuen uns auf Ihren Besuch!

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